
Philipp's Magazine collection




"Unter einem tiefen Atemzug schob Marianne die letzte der Sachkonten-Karten in das Fach. Die monatliche Abrechnung war wieder einmal geschafft, und Marianne empfand eine leise Befriedigung darüber, daß jedes Konto stimmte und sich kein Fehler eingeschlichen hatte.
Alles war glatt gegangen und in Ordnung. Herr Schäfer, der Leiter der Buchhaltung und ihr direkter Vorgesetzter, vor dem sie uneingestandenermaßen mehr Angst hatte als vor dem Chef des ganzen Betriebes der -- nebenbei bemerkt -- ihr Vater war, würde mit ihr zufrieden sein ..."

"Janina tanzte vor dem Spiegel. Sie fühlte sich so schön wie nie. Zwei Tage Sonne hatten wahre Wunder verbracht. Blaß und bleich war sie auf Mallorca angekommen. Jetzt war ihre Haut zart gebräunt. Das hellbraune Haar hatte einen seidigen Glanz, und ihre Augen wirkten wie frisch gewaschen.
Janina warf ihr rechtes Bein in die Luft. Tänzerin wäre sie gern geworden..."

"Pamela schlüpfte in das dunkelblaue Blazerkostüm mit dem weiten Faltenrock und schloß den Reißverschluß an der Seite. Dann zog sie den Vorhang der Umkleidekabine zurück und trat hinaus in den großen Verkaufsraum des Warenhauses, um sich im Spiegel zu betrachten.
Sonderbarerweise befand sich der Spiegel jetzt direkt vor ihr, der Kabine gegenüber..."

"Die Frau stöhnte. Ihr etwas breites Gesicht, das die slawische Abstammung verriet, war schweißbedeckt.
'Helfen Sie mir', flehte sie mit dem harten Akzent der Ausländerin.
'Ruhig, ganz ruhig', murmelte Oberarzt Dr. Richlin. ..."

"Als sich der Zug gerade in Bewegung setzte, stieg noch ein Herr ein. Der Gepäckträger konnte ihm eben noch den Handkoffer hinaufreichen, als der Zug auch schon wieder davonrollte. Lachend warf der Reisende dem Mann ein Trinkgeld zu.
Den leichten Koffer tragend, ging Hans Ulrich von Frankenau den schmalen Gang des Zuges entlang. Er sah auf seine Platzkarte und suchte nach dem Abteil mit seiner Nummer ..."

"Vincent van Akkeren fühlte sich wie ein Wurm. Elend, klein, getreten, von allem verlassen, auf das er sich immer hatte verlassen können. Er war ein Verlierer, dem nur ein Lohn zustand, der Tod!
War es ein Zimmer, ein Würfel oder eine Zelle, in die man ihn gequetscht hatte? Er wusste es nicht. Es gab nur die dunkelgrauen Wände..."

"'Mutter, liebe Mutte, hast du wieder Schmerzen? Soll ich dir eine kleine Medizin geben, damit du schlafen kannst?'
Die kranke Frau im Bett holte mühsam Atem und sah mit jammervollen Blick in das ängstlich besorgte Gesicht ihres Kindes..."

"1.
Alomendris
Jetzt
Ja, sie waren wieder da.
Sie waren zurückgekommen. Das, was er gefürchtet hatte wie nichts auf der Welt. Er fand nirgendwo Ruhe. Keinen Frieden. Kein Entkommen.
Sie waren wieder da."

"Geburt der Revolution:
Die Erschaffung der SOL
Es ist lange her, seit die Welt erbaut wurde. Die Welt, die SOL. Die SOL ist riesig. Viel größer sogar als die Scherbenstadt.
Versteht ihr, Kinder?"

"Sein Leben begann von einem Sekundenbruchteil zum nächsten. Wie dutzende Male vorher. Nur mit dem Unterschied, dass er diesmal seine armselig gewordene Existenz festhalten wollte..."
Register to create your own collection or browse more covers.
Is this your collection? Sign in to edit it.